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„tot oder lebendig“

Marion Rauter-Wieser
(Steiermark A)

Ausstellungseröffnung
Dienstag 03.02.2015 um 19:00h
Ausstellungsdauer 04.02.2015 bis 27.02.2015
Einführung: Florinda Ke Sophie



Finissage: Dienstag 24.02.2015 um 19.00
Lesung mit Andrea Wolfmayr aus ihrem neuen Werk
„Jane & ich oder Die Therapeutinnen“ (Eintritt freiwillige Spende)



Galerie Blaues Atelier
Annenstraße 33
8020 Graz
Tel.: 0650 8171610
Geöffnet: Di., Mi., Do., Fr., 15-18h
Und zusätzlich nach telefonischer Vereinbarung

Marion Rauter-Wieser



Marion Rauter-Wieser, geboren 1970 in Villach, lebt und arbeitet in Graz, als Malerin ist sie Autodidaktin. Öffentliche Ankäufe und Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland seit 1999.

Die aktuelle Werkschau zeigt neue Arbeiten großformatiger Porträts in Öl, in denen sich die Künstlerin inhaltlich den Bedeutungen von Lebendigkeit und tot sein zuwendet. Im Konnex stehen ältere Werke, die auf das jetzige Thema bereits zustreben, als auch junge und bisher nicht gezeigte, familiär-betonte Gemälde, welche einen Blick ins Totenreich und damit hinter die Grenze des Lebendigen ermöglichen.

Marion Rauter-Wieser sagt zur Ausstellung: „Es scheint mir, als wären viele von uns schon zu Lebzeiten tot. Die meiste Zeit leben wir in einem Mangeldenken. Wir denken, wenn wir mehr Geld, den richtigen Partner, den richtigen Job haben…, dann, ja dann werden wir endlich glücklich sein. Aber in Wirklichkeit ist unser Kopf voll von Projektionen, Erwartungen an uns selbst und andere. Und auf der Jagd nach dem ultimativen Etwas verpassen wir das Leben.

Interessant ist für mich, dass uns Sterbende viel über das Leben lehren. Was hat am Ende wirklich gezählt? Wenn wir einen geliebten Menschen plötzlich und unerwartet verlieren, in dem er für uns in dieser Ebene nicht mehr “greifbar” ist, kann es sein, dass wir uns dieser Geschenke erst bewusst werden, kann es sein, dass wir das Beste in uns entdecken. Kann es sein, dass wir wieder “lebendig” werden…“

Marion Rauter-Wieser versucht in dieser Ausstellung das Unbegreifliche transparenter werden zu lassen und eigentlich unvorstellbares darzustellen. Dies geschieht in sehr persönlicher Art und Weise. Sie nimmt uns mittels ihrer Bildsprache mit in ihre eigenen Lebens-Verhältnisse, zu den Menschen also, die ihr nahe sind oder nahe waren. Das (körperlich) Abwesende wird zum Anwesenden und durchleuchtet sich selbst. Die illusionierende Maske des Gestorbenen zeigt die vitale Anmut des Todes auf einem Königsthron platziert und ruft als bildnerische Manifestation eine irritierende Gleichzeitigkeit hervor – denn der Gestorbene weilt irgendwie (als unsichtbarer Regisseur und Marionettenspieler?) immer noch unter uns. Auch wenn er die Grenze, vor der sich die Lebenden ängstigen, schon längst passiert hat. Es zeigt, dass beides nahe beieinander liegt, sich gegenseitig bedingt – Sein oder Nichtsein – zwischen den Abgründen befindet sich nur der schmale Grat zum darauf wandeln.

In den Bildwerken trifft man derart auf viel visuelle Einsamkeit. Als hätte die Malerin die zu Isolierenden wie aus dem Gesamtkörper Familie als einzelne Organe entnommen, um sie dann – quasi aus dem Leben gegriffen – vereinzelt und in ihrer Abkapselung, die auf persönlichen Entscheidungen zu beruhen scheint, auf dem künstlerischen Operationstisch Leinwand und Staffelei in Ruhe einer genaueren Betrachtung unterziehen zu können. Dabei entsteht in den Bildwerken ein oftmals diffuses und kühles Klima, das die Verwundbarkeit aller auf der Leinwand dargestellten formvollendet in sich versammelt.

Text: Florinda Ke Sophie, Zitat Marion Rauter-Wieser
Credits Werkfotos: Marion Rauter-Wieser

Marion Rauter-Wieser



   

 

 


 

 
     

 

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