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Eröffnung der Ausstellung

"Dobridol - Das gute Tal"
Malerei von Melik Arsllani und Senad Iljazi (Mazedonien)

Vernissage: Mittwoch 19.04.2017 um 19.00
Begrüßung: Kerstin Eberhard
Einführung ins Werk: Mario Berdic, Kurator und Kunstkritiker, Maribor
Dauer der Ausstellung 20.04. bis 05.05.2017

Melik Arsllani

Zwei akademische Maler sind von der anhaltenden Flüchtlingsbewegung tief berührt. Nicht nur, weil ihr Heimatland Mazedonien von den Geschehnissen direkt betroffen ist, sondern auch, weil sie Erinnerungen an die tragische Geschichte des albanischen Volkes weckt. Die beiden Künstler wollen den Auswirkungen der damaligen kriegerischen Auseinandersetzungen sowie den heutigen Herausforderungen durch Migration entgegenstellen, dass man in überschaubaren dörflichen Strukturen hilfreiche Prinzipien vorfinden kann: Mitmenschlichkeit und ein respektvoller Umgang - Werte, die sich in einer Umgebung in der sich alle gut kennen, entwickeln können.

Senad Iljazi

Melik Arsllani und Senad Iljazi haben ihre Wurzeln in dem kleinen mazedonischen Dorf Dobridol (Das gute Tal). Dobridol liegt in gebirgigem Gebiet um die Stadt Gostivar. "Das Gute Tal" als Titel für die aktuelle Ausstellung steht deshalb auch stellvertretend für ein Ideal, das dem Argwohn der Gesellschaft gegenüber Flüchtlingen entgegensteuert: "In Dobridol herrscht noch ein sowohl zwischenmenschliches als auch landschaftliches Idyll, ein Miteinander des gegenseitigen Vertrauens und der gegenseitigen Unterstützung", so die Künstler. Im Zentrum der Ausstellung steht somit das Zusammenleben in einem ehemals albanischen Dorf, das in seinem Umfeld durch kriegerische Handlungen und die Migration vieler unterschiedlicher Kulturen geprägt wurde und sich dennoch das soziale und hilfsbereite Miteinander erhalten konnte.

Beide Künstler arbeiten in unterschiedlichen Werkzyklen und mit stark assoziativ-symbolischem Charakter, in dem Konturen und Fragmente der alltäglichen Objekte und Figuren ihres Heimatdorfs Dobridol entlehnt und verfremdet werden.

Senad Iljazi entwickelt in seinem neuesten Zyklus, genannt "Aurea mediocritas" (Die goldene Mitte) in pastösem und dynamischem Farbauftrag eine unterbrochene ovoidale, also eine sehr weiblich wirkende Form weiter. An dieses eiförmige Erscheinungsbild ist scheinbar eine moralische und geistige Bedeutung geknüpft. Es findet sich in ihr die Weisheit der Altvorderen wieder, das Leben mit Mäßigung in allen Aspekten zu führen, das Extreme zu meiden und darauf konzentriert zu sein, in Harmonie mit seiner natürlichen Umgebung und den Mitmenschen zu agieren.

Im Gegensatz hierzu findet man bei Melik Arsllani eine klare, ökologisch bewusste Symbolik der Entmenschlichung unserer natürlichen und urbanen Umgebung, in welcher bald nur noch schwierige Überlebensbedingungen herrschen werden. Seine Werke kann man daher als Warnung verstehen. In ihnen zeichnet der Künstler mittels lebendiger, fast pastellartiger Hellfarben einen Vergleich des Inneren mit dem Äußeren seiner dörflichen Herkunft und der darin enthaltenen Alltagsstrukturen. Also all das, was an Werten die mit dem Begriff Heimat verknüpft sind, verloren gehen kann.

Beide Künstler wurden in Dobridol (Mazedonien) geboren und sind albanischer Nationalität. Sie waren bereits mit Personalen in der Galerie Blaues Atelier vertreten und stellen nun das erste Mal gemeinsam in Graz zu einem sie verbindenden Thema aus.

Prof. Melik Arsllani (*1966) dissertierte an der Akademie der bildenden Künste in Prishtina bei Prof. Tahir Emra. Seine Ausstellungen führten ihn in viele Länder des ehemaligen Jugoslawien sowie in Galerien der Schweiz, Frankreich, der Vereinigten Arabischen Emirate und in die USA.

Senad Iljazi (*1981) diplomierte an der Akademie der bildenden Künste in Tetovo, bei Prof. Nehat Bequiri. Er präsentierte seine Werke in Personalen, Gruppenausstellungen und in Künstlerkolonien auf zahlreichen Ausstellungen in Slowenien, Mazedonien und Österreich.

Text: Kerstin Eberhard, kann verwendet werden.
Foto-Credits: Galerie Blaues Atelier, dürfen verwendet werden.

Galerie Blaues Atelier
Annenstraße 33, 8020 Graz
Tel.: 0650/81 71 610
florinda@florinda.at
Geöffnet: Di., Mi., Do., Fr., 15-18h
Und zusätzlich nach telefonischer Vereinbarung